Windenburg: Unterschied zwischen den Versionen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Bot: Text im Abschnitt Familienprivat-/Zufallsfunde bzw. Forscherkontakte durch Vorlage ersetzen)
 
(37 dazwischenliegende Versionen von 9 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 8: Zeile 8:
[[Portal:Regionale Forschung|Regional]] > [[Historisches Territorium]] > [[Deutschland 1871-1918]] > [[Königreich Preußen]] > [[Ostpreußen]] > [[Kreis Heydekrug]] > {{PAGENAME}}
[[Portal:Regionale Forschung|Regional]] > [[Historisches Territorium]] > [[Deutschland 1871-1918]] > [[Königreich Preußen]] > [[Ostpreußen]] > [[Kreis Heydekrug]] > {{PAGENAME}}
[[Bild: Windenbg Schule.jpg|thumb|400 px|Alte Schule von '''Windenburg''']]
[[Bild: Windenbg Schule.jpg|thumb|400 px|Alte Schule von '''Windenburg''']]
[[Image:Windenburg_r.JPG|thumb|400px|Postkarte von Windenburg]]


__TOC__
__TOC__
Zeile 18: Zeile 20:


===Name===
===Name===
====Andere Namen und Schreibweisen====
====Andere Namen und Schreibweisen====
*n. 1540 [[Wyntburgk]], n. 1785 [[Wuendenburg]], lit. [[Vente]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*n. 1540 [[Wyntburgk]], n. 1785 [[Wuendenburg]], lit. [[Vente]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*1736 [[Wenden (Kr.Heydekrug)|Wenden]]
*1736 [[Wenden (Kr.Heydekrug)|Wenden]]
*litt. [[Wente]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000</ref>
*lit. [[Wente]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000</ref>
*Lit. Name: [[Ventė]]
*Lit. Namen: [[Wentė]]<ref>[https://www.epaveldas.lt/vbspi/biRecord.do?biExemplarId=74615 Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923]</ref>, [[Ventė]]<ref> [https://www.epaveldas.lt/vbspi/biRecord.do?biExemplarId=74567 Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923]</ref>
 


====Namensdeutung====
====Namensdeutung====
[[Bild:Ort_Windenburg_2009.JPG|thumb|400px|right|Blick auf das [[Kurisches Haff|Kurische Haff]] bei Windenburg, 2009]]
[[Bild:Ort_Windenburg_2009.JPG|thumb|400px|right|Blick auf das [[Kurisches Haff|Kurische Haff]] bei Windenburg, 2009]]
[[Datei:Bild Windenburger Eck 15 09 2112.jpg|thumb|400px|right|Leuchtturm und Vogelwarte Windenburger Eck, aufgenommen bei der Überfahrt übers Kurische Haff, von der Memelmündung nach Nida,{{Geo|55.340666|21.189165}}, 15.09.2012 Kraemer]]
Der Name ist eine Anpassung an das Deutsche. Der erste Namensbestandteil ist prußisch-kurisch abzuleiten und hat mit Fischfang zu tun, der an der Mündung der Memel-Delta-Arme und den besonderen Strömungsverhältnissen einträglich war.
Der Name ist eine Anpassung an das Deutsche. Der erste Namensbestandteil ist prußisch-kurisch abzuleiten und hat mit Fischfang zu tun, der an der Mündung der Memel-Delta-Arme und den besonderen Strömungsverhältnissen einträglich war.


Zeile 38: Zeile 40:


=== Allgemeine Information ===
=== Allgemeine Information ===
*'''1719''': Windenburg, ein cöllmischer Krug im Cammerambte Russe gehört dem '''Christian Buchholtz'''. Quelle:<ref>Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
*1785 melirtes Dorf, 1919 Landgemeinde<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
*1785 melirtes Dorf, 1919 Landgemeinde<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
*Dorf, am Ostufer des [[Kurischen Haffs]], 16,5 km westlich von [[Heydekrug]], 1939: 395 Einwohner, gegründet 1360/61, Landspitze [[Windenburger Ecke]] mit Leuchtturm<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*Dorf, am Ostufer des [[Kurischen Haffs]], 16,5 km westlich von [[Heydekrug]], 1939: 395 Einwohner, gegründet 1360/61, Landspitze [[Windenburger Ecke]] mit Leuchtturm<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*zu Windenburg gehörten auch der [[Krug zu Windenburg]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000</ref> oder der [[Windenburger Krug]]<ref>Urmesstischblatt von 1860</ref>
*zu Windenburg gehörten auch der [[Krug zu Windenburg]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000</ref> oder der [[Windenburger Krug]]<ref>Urmesstischblatt von 1860</ref>
====Angrenzende Orte====
{|{{MLtable}}
|- style="background-color:#C0C0C0;font-weight:bold " valign="top"
|An das cöllm. Krug Landt zu [[Windenburg]]
|angrenzende Orte
|-
|Im Osten: ||das Dorf [[Windenburg]]
|-
|Im Süden: ||[[Kurisches Haff|das Cuhrische Haffe]]
|-
|Im Westen: ||[[Kurisches Haff|das Cuhrische Haffe]]
|-
|Im Norden: ||das Dorf [[Windenburg]]
|}
Quelle:<ref> Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
===Videos vom Windenburger Eck===
Diese zwei Videos: [https://www.facebook.com/KestucioZ.Fotografija/videos/vb.221657638341331/2505374369791384 Video 1] und [https://www.facebook.com/KestucioZ.Fotografija/videos/vb.221657638341331/537514323503734 Video 2] sind von dem Fotografen [https://www.facebook.com/KestucioZ.Fotografija/?__tn__=-UC Kestutis Zdanevicius] im Archiv bei Facebook zu finden (10.03.2021). <!--Günther Kraemer, 10.03.2021 --> <br>




Zeile 54: Zeile 75:
====Kirchengeschichte====
====Kirchengeschichte====
Im Jahr 1709 zog der Pfarrer Wittich von Windenburg, wo früher eine Kirche stand, die das kurische Haff verschlungen hatte, nach [[Kinten]].
Im Jahr 1709 zog der Pfarrer Wittich von Windenburg, wo früher eine Kirche stand, die das kurische Haff verschlungen hatte, nach [[Kinten]].
<!-- === Katholische Kirchen === -->
=== Friedhof ===
[[Bild:097.jpg|thumb|400 px|Unbekanntes Grab (Foto Maren Khan)]]
[[Bild:098.jpg|thumb|600 px|left|'''Miks Jurgeneit''' * 18.9.1866 + 01.10.1906; '''Mare Jurgeneit''' aus [[Minge]] *22.8.1828 + April 1895; '''Erdman Jurgeneit''' ? 18 12.Feb 1825 + ?23.25 Mai 1866; '''Marie Jurgeneit'''  ? April 1826 + 11.Feb ??? (Foto Maren Khan)]]
<br style="clear:both;" />
*[[{{PAGENAME}}/Friedhof|Inschriften der Grabsteine und Grabsteine von {{PAGENAME}} auf einer eigenen Seite]]


<!-- === Katholische Kirchen === -->
<!--=== Andere Glaubensgemeinschaften === -->
<!--=== Andere Glaubensgemeinschaften === -->


==Bewohner==
==Bewohner==
*[[{{PAGENAME}}/Bewohner|Bewohner von {{PAGENAME}}]]
*'''[[{{PAGENAME}}/Bewohner|Bewohner in {{PAGENAME}}]]'''




==Schule==
{{PAGENAME}} hatte eine Schule.
===Fotos der Schule===
'''2020'''<br>
{|
|[[image:Windenburg Schule1.jpg|thumb|left|300px|<center>Ehemalige Schule 2020 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|[[image:Windenburg Schule2.jpg|thumb|left|157px|<center>2020 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|[[image:Windenburg Schule3.jpg|thumb|left|300px|<center>2020 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|[[image:Windenburg Schule4.jpg|thumb|left|279px|<center>Stallgebäude bei der Schule 2020 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|}
<br style="clear:both;" />
==Geschichte==
==Geschichte==
<br style="clear:both;" />
[[Bild:Windenburg_CDT.jpg|thumb|left|300 px|'''Windenburg''' auf der Carte des terres devant le Curis H[affe] [de] cote du Memmel, ca. 1670<br>1:55 000, Sign. N 11999/50<br /><small>© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz</small>]]
Die '''1360''' durch den Marschall Henning '''Schindekop''' gebaute Windenburg, die nach F. Forstreuter deshalb ursprünglich zum Marschallgebiet gehörte, lag auf kurischem Gebiet, wie eine frühe, noch ins 14. Jh. zu datierende Grenzbeschreibung zeigt.<br>
Die '''1360''' durch den Marschall Henning '''Schindekop''' gebaute Windenburg, die nach F. Forstreuter deshalb ursprünglich zum Marschallgebiet gehörte, lag auf kurischem Gebiet, wie eine frühe, noch ins 14. Jh. zu datierende Grenzbeschreibung zeigt.<br>
Dass auch im Suburbium (= (lat: Vorstadt, Vorburg) ist eine Siedlung, die einer Burg vorgelagert ist) damals Kuren wohnten ergibt eine Eintragung im Marienburger Treßlerbuch zu '''1404'''. Sie sind wie auch später Fischer gewesen, die ihre Tätigkeit wohl im Auftrag des Ordens ausübten.
Dass auch im Suburbium (= (lat: Vorstadt, Vorburg) ist eine Siedlung, die einer Burg vorgelagert ist) damals Kuren wohnten ergibt eine Eintragung im Marienburger Treßlerbuch zu '''1404'''. Sie sind wie auch später Fischer gewesen, die ihre Tätigkeit wohl im Auftrag des Ordens ausübten.


Um 1360 errichteten die Ordensritter hier eine Burg, die jedoch von den Wellen des [[Kurisches Haff|Kurischen Haffs]] unterhöhlt wurde und versank. Windenburg war das "Entsetzen aller Seeleute", weil längs der [[Windenburger Ecke]] eine gefährliche steinreiche Sandbank lag, wobei nicht auszuschließen ist, dass es sich um die Überreste der Burg handelt.
Um 1360 errichteten die Ordensritter hier eine Burg, die jedoch von den Wellen des [[Kurisches Haff|Kurischen Haffs]] unterhöhlt wurde und versank. Windenburg war das "Entsetzen aller Seeleute", weil längs der [[Windenburger Ecke]] eine gefährliche steinreiche Sandbank lag, wobei nicht auszuschließen ist, dass es sich um die Überreste der Burg handelt.
Zeile 71: Zeile 114:
<ref>Ordens-Foliant 71 f. 221 b: "So lyet ein landt boben der Memele an dem habe das ist kurisch das heisset [[Lamotina|Lamenten]] und lyet by der Wyntburg"</ref>
<ref>Ordens-Foliant 71 f. 221 b: "So lyet ein landt boben der Memele an dem habe das ist kurisch das heisset [[Lamotina|Lamenten]] und lyet by der Wyntburg"</ref>
<ref>Das Marienburger Treßlerbuch der Jahre 1399-1409, Hrsg. Dr. Joachim (1896, Nachdruck 1973) S. 287</ref>
<ref>Das Marienburger Treßlerbuch der Jahre 1399-1409, Hrsg. Dr. Joachim (1896, Nachdruck 1973) S. 287</ref>


Diese Burg wurde der 1289 gegründeten [[Komturei Ragnit]] unterstellt.<ref>Toeppen, hist. comp. Geogr., S. 219</ref> Diese Zuteilung zu Ragnit hatte darin ihren Grund, dass der Verkehr und Handel mit der [[Komturei Ragnit]] und ihrem Hinterland, sowie die Kriegszüge weiter hinauf damals über das Haff und den [[Ruß (Fluss)|Ruß-]] und [[Memel (Fluss)|Memelstrom]] stattfanden, der Ragniter Komtur also die Schutzbefestigungen der Rußmündung also unter seinem Befehl haben musste.<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
Diese Burg wurde der 1289 gegründeten [[Komturei Ragnit]] unterstellt.<ref>Toeppen, hist. comp. Geogr., S. 219</ref> Diese Zuteilung zu Ragnit hatte darin ihren Grund, dass der Verkehr und Handel mit der [[Komturei Ragnit]] und ihrem Hinterland, sowie die Kriegszüge weiter hinauf damals über das Haff und den [[Ruß (Fluss)|Ruß-]] und [[Memel (Fluss)|Memelstrom]] stattfanden, der Ragniter Komtur also die Schutzbefestigungen der Rußmündung also unter seinem Befehl haben musste.<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>


Die Windenburg wurde zuerst an einer Stelle erbaut, die des vordringenden Wassers wegen, verlassen werden musste, so dass sie also verlegt werden musste, wahrscheinlich 1409.<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
Die Windenburg wurde zuerst an einer Stelle erbaut, die des vordringenden Wassers wegen, verlassen werden musste, so dass sie also verlegt werden musste, wahrscheinlich 1409.<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
*'''1719''': '''Kindten alias Windenburg''', ein cöllmischer Krug ohne Land, in dem Windenburgschen Schakumschen Creyse gelegen, gehört dem '''Johann Wilhelm Falkenhagen'''. Dieser Krug liegt bei der Windenburger Kirche, doch an keiner Landtstraße sondern ohnweit des Churischen Haffes.Quelle:<ref>Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
<br style="clear:both;" />


<!-- Hier: geschichtlicher Abriss -->
<!-- Hier: geschichtlicher Abriss -->
Zeile 89: Zeile 137:


== Bibliographie ==
== Bibliographie ==
===Empfehlenswerte Literatur===
===Empfehlenswerte Literatur===
*Hermann Sudermann: "Die Reise nach Tilsit" und "Litauische Geschichten"
*Hermann Sudermann: "Die Reise nach Tilsit" und "Litauische Geschichten"
Zeile 102: Zeile 149:
== Verschiedenes ==
== Verschiedenes ==
===Fotos===
===Fotos===
[[Bild:15Windenburger Ecke.jpg|thumb|400 px|Windenburger Eck mit Leuchtturm und Vogelwarte]]
[[Bild:15Windenburger Ecke.jpg|thumb|430 px|Windenburger Eck mit Leuchtturm und Vogelwarte]]
[[Bild:04Windenburg-Bernsteinsucher.jpg|thumb|left|400 px|Windenburg, Blick zur Kurischen Nehrung]]
[[Bild:04Windenburg-Bernsteinsucher.jpg|thumb|left|430 px|Windenburg, Blick zur Kurischen Nehrung]]
<br style="clear:both;" />
<br style="clear:both;" />
[[Bild:Vente2010.JPG|thumb|400 px|left|Schautafel am Windenburger Eck bei ungemütlichem Wetter 2010]]
[[Bild:Vente2010.JPG|thumb|430 px|left|Schautafel am Windenburger Eck bei ungemütlichem Wetter 2010]]
[[Bild:DSC02263.JPG|thumb|400 px|Winter am Windenburger Eck 2011]]
[[Bild:DSC02263.JPG|thumb|430 px|Winter am Windenburger Eck 2011]]
<br style="clear:both;" />
<br style="clear:both;" />


=== Karten ===
=== Karten ===
Zeile 129: Zeile 175:
<!-- === Genealogische Internetseiten === -->
<!-- === Genealogische Internetseiten === -->
<!-- === Weitere Internetseiten === -->
<!-- === Weitere Internetseiten === -->
 
<!--==Zufallsfunde==
==Zufallsfunde==
{{Einleitung Zufallsfunde}}-->
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man ''[[Zufallsfunde]]''. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über [[toter Punkt|tote Punkte]] in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.


==Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis==
==Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis==
Zeile 145: Zeile 190:
[[Kategorie:Schulort im Memelland]]
[[Kategorie:Schulort im Memelland]]
[[Kategorie: Schulort im Kreis Heydekrug]]
[[Kategorie: Schulort im Kreis Heydekrug]]
[[Kategorie:Ort im Kirchspiel Kinten]]
<!--
[[en:Windenburg]]
-->
[[Kategorie:LinkInsEnGenWiki]]
[[Kategorie:Friedhof im Memelland]]

Aktuelle Version vom 6. Januar 2024, 10:51 Uhr

Diese Seite gehört zum Portal Memelland und wird betreut vom OFB-Team Memelland.
Bitte beachten Sie auch unsere Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland

Hierarchie Regional > Litauen > Windenburg
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Heydekrug > Windenburg

Alte Schule von Windenburg
Postkarte von Windenburg



Einleitung

Leuchtturm am Windenburger Eck, 2009

Windenburg, Kreis Heydekrug, Ostpreußen


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Blick auf das Kurische Haff bei Windenburg, 2009
Leuchtturm und Vogelwarte Windenburger Eck, aufgenommen bei der Überfahrt übers Kurische Haff, von der Memelmündung nach Nida, ;Geographische Lage: 55.340666°N 21.189165°O , 15.09.2012 Kraemer

Der Name ist eine Anpassung an das Deutsche. Der erste Namensbestandteil ist prußisch-kurisch abzuleiten und hat mit Fischfang zu tun, der an der Mündung der Memel-Delta-Arme und den besonderen Strömungsverhältnissen einträglich war.

Beim zweiten Namensbestandteil "-burg" dürfte der Bezug zur schalauischen Stadt Jomsborg/ Witlandie/ Windland bestehen, die in den dänischen „Annales Lundenses“ im Zeitraum von 974 bis 1043 erwähnt wird und vermutlich im Haff versunken ist, wie die Sagen berichten.

  • prußisch "wenter" = klingelbeutelartiges Fischernetz, das bei der Stellfischerei mittels langer Stangen (Pricken) auf dem Boden des Wassers dort befestigt wird, wo man den Zug der Fische erwartet
  • "wenteris" = Fischfalle
  • lettisch "venteris" = Fischreuse
  • nehrungs-kurisch "ventirs" = Hamen, Netz, Fischreuse


Allgemeine Information

Angrenzende Orte

An das cöllm. Krug Landt zu Windenburg angrenzende Orte
Im Osten: das Dorf Windenburg
Im Süden: das Cuhrische Haffe
Im Westen: das Cuhrische Haffe
Im Norden: das Dorf Windenburg

Quelle:[10]

Videos vom Windenburger Eck

Diese zwei Videos: Video 1 und Video 2 sind von dem Fotografen Kestutis Zdanevicius im Archiv bei Facebook zu finden (10.03.2021).


Politische Einteilung

1785 gehörte Windenburg zum Amt Heydekrug[11]
1940 ist Windenburg eine Gemeinde mit den Dörfern Sturmen und Windenburg.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Windenburg gehörte 1912 zum Kirchspiel Kinten (Kr.Heydekrug).

Kirchengeschichte

Im Jahr 1709 zog der Pfarrer Wittich von Windenburg, wo früher eine Kirche stand, die das kurische Haff verschlungen hatte, nach Kinten.

Friedhof

Unbekanntes Grab (Foto Maren Khan)
Miks Jurgeneit * 18.9.1866 + 01.10.1906; Mare Jurgeneit aus Minge *22.8.1828 + April 1895; Erdman Jurgeneit ? 18 12.Feb 1825 + ?23.25 Mai 1866; Marie Jurgeneit  ? April 1826 + 11.Feb ??? (Foto Maren Khan)



Bewohner


Schule

Windenburg hatte eine Schule.

Fotos der Schule

2020

Ehemalige Schule 2020 ©KestucioZ.Fotografija
2020 ©KestucioZ.Fotografija
2020 ©KestucioZ.Fotografija
Stallgebäude bei der Schule 2020 ©KestucioZ.Fotografija


Geschichte


Windenburg auf der Carte des terres devant le Curis H[affe] [de] cote du Memmel, ca. 1670
1:55 000, Sign. N 11999/50
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Die 1360 durch den Marschall Henning Schindekop gebaute Windenburg, die nach F. Forstreuter deshalb ursprünglich zum Marschallgebiet gehörte, lag auf kurischem Gebiet, wie eine frühe, noch ins 14. Jh. zu datierende Grenzbeschreibung zeigt.
Dass auch im Suburbium (= (lat: Vorstadt, Vorburg) ist eine Siedlung, die einer Burg vorgelagert ist) damals Kuren wohnten ergibt eine Eintragung im Marienburger Treßlerbuch zu 1404. Sie sind wie auch später Fischer gewesen, die ihre Tätigkeit wohl im Auftrag des Ordens ausübten.


Um 1360 errichteten die Ordensritter hier eine Burg, die jedoch von den Wellen des Kurischen Haffs unterhöhlt wurde und versank. Windenburg war das "Entsetzen aller Seeleute", weil längs der Windenburger Ecke eine gefährliche steinreiche Sandbank lag, wobei nicht auszuschließen ist, dass es sich um die Überreste der Burg handelt. [12] [13] [14] [15]


Diese Burg wurde der 1289 gegründeten Komturei Ragnit unterstellt.[16] Diese Zuteilung zu Ragnit hatte darin ihren Grund, dass der Verkehr und Handel mit der Komturei Ragnit und ihrem Hinterland, sowie die Kriegszüge weiter hinauf damals über das Haff und den Ruß- und Memelstrom stattfanden, der Ragniter Komtur also die Schutzbefestigungen der Rußmündung also unter seinem Befehl haben musste.[17]


Die Windenburg wurde zuerst an einer Stelle erbaut, die des vordringenden Wassers wegen, verlassen werden musste, so dass sie also verlegt werden musste, wahrscheinlich 1409.[18]

  • 1719: Kindten alias Windenburg, ein cöllmischer Krug ohne Land, in dem Windenburgschen Schakumschen Creyse gelegen, gehört dem Johann Wilhelm Falkenhagen. Dieser Krug liegt bei der Windenburger Kirche, doch an keiner Landtstraße sondern ohnweit des Churischen Haffes.Quelle:[19]



Bibliographie

Empfehlenswerte Literatur

  • Hermann Sudermann: "Die Reise nach Tilsit" und "Litauische Geschichten"


Verschiedenes

Fotos

Windenburger Eck mit Leuchtturm und Vogelwarte
Windenburg, Blick zur Kurischen Nehrung


Schautafel am Windenburger Eck bei ungemütlichem Wetter 2010
Winter am Windenburger Eck 2011


Karten

Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000
Windenburg auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz


Windenburg im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Windenburg und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Windenburg im Messtischblatt 0693 Minge (1911) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Windenburg aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

<gov>WINURGKO05OI</gov>

Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000
  3. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  5. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  6. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  7. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  8. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50000
  9. Urmesstischblatt von 1860
  10. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  11. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  12. Forstreuter, K., Die Entwicklung der Nationalitätsverhältnisse an der Kurischen Nehrung, in Altpr. Forschungen 8 (1931) S. 47
  13. Wenskus, Reinhard, Namensgebung und Namenswechsel im nördlichen Ostpreußen in der frühen Neuzeit, in Altpreußische Geschlechterkunde Neue Folge, Band 20, S. 27- 142, Blätter des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., 38. Jahrgang, 1990
  14. Ordens-Foliant 71 f. 221 b: "So lyet ein landt boben der Memele an dem habe das ist kurisch das heisset Lamenten und lyet by der Wyntburg"
  15. Das Marienburger Treßlerbuch der Jahre 1399-1409, Hrsg. Dr. Joachim (1896, Nachdruck 1973) S. 287
  16. Toeppen, hist. comp. Geogr., S. 219
  17. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  18. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  19. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962