Kallehnen
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Hierarchie
Regional > Litauen > Kallehnen
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Tilsit > Kallehnen
Einleitung
Kallehnen, bis 1920 Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Tilsit-Ragnit
- Weitere Informationen siehe unten in den Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
Name
Andere Namen und Schreibweisen
Namensdeutung
Der Name weist auf Bodenfunde.
- preußisch-litauisch "kalenas" = Metalloid, Halbmetall
- "kalnkastis" = das Bergwerk
- lettisch "kalejs" = Schmied
Allgemeine Information
Politische Einteilung
1785 war Kallehnen ein königliches Bauerndorf an der Jura mit 26 Feuerstellen.[4]
28.2.1894: Meldiglauken wird mit der Landgemeinde Kallehnen vereinigt.[5]
1.5.1939: Name der neuen Gemeinde: Kallehnen; die neue Gemeinde ist gebildet worden aus der bisherigen Landgemeinde: Kallehnen[6]
1.10.1939: Kallehnen kommt zum Kreis Tilsit-Ragnit [7]
Kirchliche Zugehörigkeit
Evangelische Kirche
Kallehnen gehörte 1912 zum Kirchspiel Laugszargen, vor 1899 aber zum Kirchspiel Willkischken.
Friedhof
Kallehnen hatte einen Friedhof.
Ein einziger erhaltener Grabstein und ein Familiengrab sind 2014 hier noch zu finden:
Schule
In Kallehnen soll schon vor 1736 unterrichtet worden sein. (1728?) Erster Lehrer unbekannt. Bis 1770 Johann Poplowsky, der schon 1758 an der Schule tätig war. Sein Nachfolger war Johann Treske, ein Schneider. Er stammte aus Anstippen bei Pelleningken. Ihm folgte Trinitatis 1807 Johann Bock. Dieser war am 20. Jan. 1779 in Ußpelken bei Szillen geboren und vom Pfarrer Prellwitz in Budwethen vorgebildet. 1834 erhielt er den Adjunkt Ferdinand Korck aus Puskeppeln bei Heinrichswalde, an dessen Stelle dann am 2. Nov. 1835 der Adjunkt Leopold Keßler aus Barsuhnen trat, welcher nach Bocks Tod, der 1840 erfolgte, alleiniger Lehrer zu Kallehnen wurde.
Die jährliche Schülerzahl betrug etwa 60. Im Laufe des Jahres 1834 hat sich die Schulsozietät dahin erklärt, sich in zwei Schulen trennen zu wollen, was aber erst 1838 geschah. Die beiden Dörfer Kallehnen und Meldiglaugken kauften das alte Zollhaus an und richteten es zur Schule ein. Das Kölmische Gut Ablenken wurde zur Schule Barsuhnen geschlagen, während die noch verbliebenen Dörfer zur Schulsozietät Trackseden vereinigt wurden. (Quelle: [8])
Bewohner
- Bewohner in Kallehnen
- 1615 Milcher, Schulz in Kallehnen
- Folgende Bewohner von Kallehnen haben "für Preußens Freiheit und Selbständigkeit" im ersten Befreiungskriege 1813-14 Opfer an Geld und anderen Gaben dargebracht:
- Die Landsturmleute Schulz, Rauter und Nickel Gaigals je 15 Groschen. Görnus 20 Groschen. Bottke, Schwede, Peter Nickeleit und Grenzjäger Wysagrotzky je 12 Groschen. Reu, Jurge Naujoks sen., Abrys Jankus, David Kallweit, Ensies Dilba, Jurge Kantwill, Doßies Galleiwis, Sims Bendix und Jurge Preugschat je 10 Groschen. Jurge Naujoks jun., Jons Guduscheit, Josus Mankus, Chrißus Jantkus, Jons Dilba, Sims Naujoks, Christoph Naujoks, Michel Waischwill, Jurge, Jurgis und Ensies Jonischeit, Ensies und Michel Kosgalwies, Jurge Jonuscheit jun., Michel, Klims und Abrys Kirbschas, Christian Merdler, Jacob Serapins, Michel Ignat, ChristianGedatis, Tambur Albat und Christian Staschullis, Josus Norbuts, Fritz Schimkus, Peter Paulix und Anton Brascheit je 5 Groschen. Doßies Jonuscheit und Jurge Jonuscheit je 3 Groschen 6 Pfennige. Wirt Ensies Dilba 30 Groschen. Schmiedswitwe Anna Barbara Welsch 15 Groschen. Kapitän Liedtke 1 Thaler und Leutnant Bock 60 Groschen. (Quelle: [9])
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Ortsfamilienbuch Memelland
Folgende Familien bzw. Personen lebten in Kallehnen oder stehen mit diesem Ort in Verbindung:
- Buttgereit, Friedrich (* err. 1879, † um 20.04.1933 Kallehnen)
- Dilba, Kristups (* 09.01.1832 Kallehnen, ~ 10.01.1832 Willkischken (Kirche))
- Dilba, Marinke (* 28.03.1862 Kallehnen)
- Grischkat, Emma (* 13.08.1904 Kalenen, † 16.09.1985 Hameln)
- Grischkat, Hans Georg (* 05.06.1922 Kallehnen, † 11.04.1974)
- Grischkat, Johann (* 08.05.1894 Kallehnen, † 11.11.1977 Koblenz)
- Grischkate, Ede(f) (* um 1862 Motzischken, † um 1913 Kallehnen)
- Jankus, Abrys (* 23.03.1801 Kallehnen)
- Jankus, Ensys (* 13.01.1826 Kallehnen, ~ 15.01.1826 Willkischken (Kirche), † 19.12.1913 Heydekrug, [] 23.12.1913 Kallehnen (Friedhof))
- Jankus, Jons (* 20.06.1806 Kallehnen)
- Jankus, Jurgis (* 22.03.1853 Kallehnen, ~ 28.03.1853 Wilkischken, † 14.12.1931 Rudienen, [] 22.12.1931 Rudienen (Friedhof))
- Jankus, Nikkelis (* 13.01.1804 Kallehnen)
- Jokubeit, Albert (* err. 1882, † um 28.02.1933 Kallehnen)
- Kalinskis, Bruno Heinrich (* err. 1937, † um 25.02.1938 Kallehnen)
- Kosgalwis, Ede(f) (* 12.07.1844 Kallehnen, † 04.07.1926 Tangermünde)
- Kühn, Johann Ferdinand (* 17.02.1841 Kallehnen, † 16.09.1905 Laukischken)
- Lenz, Emilie Lina (* 02.10.1882 Kallehnen, † 15.08.1958 Berlin-Wilmersdorf)
- Melullis, Jons (* 15.09.1848 Kallehnen, ~ 21.09.1848 Willkischken (Kirche))
- Melullis, Marie (* 02.09.1879 Kallehnen)
- Nausedat, Aduße (* 13.11.1844 Kalenen, † 21.08.1908 Baltupönen)
- Petereit, Christoph (* 10.02.1850 Kallehnen, ~ 17.02.1850 Laskowethen)
- Puslat, Ede(f) (* 30.05.1864 Kallehnen, ~ 01.06.1864 Wilkischken, † 06.12.1922 Rudienen)
- Puslat, Martin Michel (* 05.11.1899 Kallehnen)
- Puslat, Mix (* 17.09.1860 Kallehnen, ~ 23.09.1860 Willkischken (Kirche), † 28.03.1930 Kallehnen)
- Puslate, Mare (* 04.01.1864 Wilkischken, ~ 06.01.1864 Willkischken (Kirche), † 06.01.1927 Kallehnen)
- Staschullis, Else (* 19.05.1831 Kallehnen, ~ 22.05.1831 Willkischken (Kirche))
- Szimtenings, Marie (* 08.02.1869 Nausseden (Ksp.Szugken), ~ 14.02.1869 Wischwill (Kirche), † 08.05.1925 Kallehnen)
- Tennigkeit, Christoph (* 12.09.1885 Kallehnen, † von 1944 TO 1945)
- Tennigkeit, Marie (* um 1885 Kallehnen, † 1911)
- Urbantate, Urte (* 10.05.1813 Kallehnen)
- Vongehr, Gustav (* err. 1856, † 01.01.1931 Kallehnen, [] 07.01.1931)
- Wannagat, Kristups (* 02.03.1835 Kallehnen, † 17.01.1913 Baltupönen)
- Zerapinatis, Aßmys (* 23.04.1792 Kallehnen, † 10.11.1813 Leipzig (Lazarett))
- Zerapinatis, Jakubs († 15.11.1796 Kallehnen)
Geschichte
1615 Schulzenamt und Dorf, 30 Huben 10 Morgen groß, worunter 6 Huben 4 Morgen Wüstenei. Jährlicher Dezem 8 Mark 5 Schillinge. 1662 wohnt daselbst Anussis Klanpreikschas, 1667 Plauschinn, 1692 stirbt Simon Kukein. 1664 schuldet das Dorf der Kirche 4 1/2 Mark Dezem. 1664 zahlt Kosgalwies 10 Mark Kirchenstrafe, "weil er seinen Vater, der nicht zum Tische des Herrn gegangen, vorsätzlich auf dem Kirchhof begraben".[10]
Das Amt Schreitlauken verkauft den Krug 1742 an Johann Christian Stark nebst 7 Morgen Land und 24 Taler und jährlichen Zins von 4 Talern. 1794 hat dortselbst ein Christoph Willembrecht Haus und Garten. 1894 wird das Dorf Meldiglauken der Gemeinde Kallehnen einverleibt und führt fortab den Namen Kallehnen.[11]
1922[12]
- George Schneidereit, 53 ha
- Gustav Vongehr, 79 ha
Verschiedenes
Sage vom Scharkaberg
Die Sage vom Scharkaberge bei Kallehnen erinnert an eine Niederlage der Ritter: Fremdlinge hatten es einmal verstanden, sich Eingang ins Schloß zu verschaffen; sie versprachen den Bewohnern, daß eine ganze Schiffsladung mit singenden Schwänen ankommen würde. Die Brüder des Fürsten waren aber auf der Hut, und als sie in dem Schiff, das unter freudigem Gesange ankam, Männer mit weißen Mänteln, blinkenden Panzern und Waffen entdeckten, fielen sie über diese her, verbrannten das Fahrzeug und vernichteten die Mannschaft. Trotzdem räumten auch sie das Feld, indem sie die Burg, wo sie einst sehr glücklich gelebt hatten, den treulosen Fremdlingen überließen.
Memeler Dampfboot vom 10.08.1933
Ergebnisse zu den Wahlen der Gemeindeorgane im Kreise Pogegen
Kallehnen: Gemeindevorsteher wurde Besitzer Johann Grischkat, erster Schöffe Artur Mertins, zweiter Schöffe Besitzer Emil Bongehr und Ortskassenrendant Lehrer Bock.
Memeler Dampfboot vom 14.08.1936
Kreis Pogegen
Die Schule Kallehnen vor 100 Jahren
Zu Beginn des verflossenen Jahrhunderts gehörten zur Schulsozietät Kallehnen folgende im damaligen Domänenamte Schreitlauken liegende Ortschaften: 1. Kallehnen mit 22 Wirten und 9 Hufen 22 ½ Morgen, 2, Meldiglauken mit 8 Wirten und 4 Hufen, 3. Laugszargen mit 15 Wirten, 5 Hufen 10 Morgen, 4. Traukseden mit 10 Wirten und 5 Hufen, 5. Greiszehnen mit 12 Wirten und 5 Hufen 18 Morgen und 6. das kölmische Gut Ablenken. Demnach umfasste die Sozietät 68 Wirte mit zusammen 38 Hufen 20 ½ Morgen Land.
Zur Schule gehörte ein oletzkoischer Morgen Land, von dem die eine Hälfte beackert, die andere aber als Weide benutzt wurde. Der Garten, welchen die Gemeinde zu umzäunen verpflichtet war, umfasste eine Fläche von 75 Ruten.
Anstelle des zu liefernden Viehfutters hatte jede Ortschaft dem Lehrer einen Wiesenplan übergeben, welche Stücke auch von den Bauern bearbeitet wurden. Doch hatte der Lehrer dafür jedes Jahr ein paar Stof Branntwein zum Besten zu geben. An Holz wurden dem Lehrer jährlich zwei Achtel aus dem Juraforst angefahren.
An Getreide erhielt er von den 67 Bauern 25 Scheffel Roggen und 12 Scheffel 9 Metzen Gerste, und vom Gute Ablenken 1 Scheffel Roggen und 8 Metzen Gerste, zusammen also 26 Scheffel Roggen und 13 Scheffel 1 Metze Gerste.
Auch Brote erhielt der Lehrer, und zwar für die Beerdigung der litauischen Leichen, für jede Leiche ein Brot im Gewicht vom 10 Pfund, jährlich etwa 20 Brote. Die Deutschen gaben ihm keine Brote, wohl aber für jede Leiche 15 Groschen. Das Bargehalt betrug jährlich 12 Taler. Der Lehrer war frei von jeglicher Steuer.
Im Jahre 1807 wurde der damalige Lehrer Johann Treske wegen verschiedener Verfehlungen aus dem Schuldienste entlassen. Sein Nachfoger wurde der zweite Lehrer aus Kackschen, Johann Bock. Von seinem Schulinspektor, Pfarrer Prellwitz in Budwethen war ihm folgendes Zeugnis ausgestellt worden: „Der Schulmeister-Adjunktus Bock zu Groß-Kackschen ist von Herrn Präzentor Bährend zu Lasdehnen zugestutzt, von ihm zum Gehilfen gebraucht, und darauf vor 2 ½ Jahren hier angestellt. Er ist von den sechs hiesigen Landschulmeistern der zweite von oben, hat guten Willen,Belehrung anzunehmen und da er noch jung ist, so ist alle Hoffnung, dass er bei Anleitung dazu, immer an Kenntnissen zunehmen werde. Er ist bescheiden, reinlich, nüchtern und folgsam.“
Bock starb 1840. In den letzten 5 Jahren war ihm der Lehrer Leopold Kessler aus Barsuhnen zum Gehilfen beigeordnet. Nach Bocks Tode wurde er dessen Nachfolger
Karten
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
<gov>KALNENKO15CE</gov>
Quellen
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ GOV: http://gov.genealogy.net/
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918
- ↑ Dr. Gause, Fritz: Neue Ortsnamen in Ostpreußen seit 1800, Königsberg 1935, Sonderschrift Nr. 53 des VFFOW
- ↑ Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm - ↑ Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
- ↑ Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
- ↑ Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
- ↑ Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
- ↑ Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918
- ↑ Landwirtschaftliches Güter-Adressbuch für die Provinz Ostpreußen mit Anhang Memelland, 4. Auflage, Leipzig 1922