Portal:Memelland/Gedichte: Unterschied zwischen den Versionen
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
Zeile 16: | Zeile 16: | ||
==Memel-Stadt== | ==Memel-Stadt== | ||
<br> | <br> | ||
Meine Stadt, meine Stadt!<br> | :Meine Stadt, meine Stadt!<br> | ||
Wie steht dir das Blau -<br> | :Wie steht dir das Blau -<br> | ||
Wenn das Himmelskleid leuchtet um dich her,<br> | :Wenn das Himmelskleid leuchtet um dich her,<br> | ||
Und der Frühling lockt deine Schiffe zum Meer,<br> | :Und der Frühling lockt deine Schiffe zum Meer,<br> | ||
Wie steht dir das Blau.-<br> | :Wie steht dir das Blau.-<br> | ||
<br> | <br> | ||
Meine Stadt, meine Stadt!<br> | :Meine Stadt, meine Stadt!<br> | ||
Wie steht dir das Grün -<br> | :Wie steht dir das Grün -<br> | ||
Wenn deine Felder um dich reifen,<br> | :Wenn deine Felder um dich reifen,<br> | ||
Und deine Augen das Sommerglück streifen,<br> | :Und deine Augen das Sommerglück streifen,<br> | ||
Wie steht dir das Grün. -<br> | :Wie steht dir das Grün. -<br> | ||
<br> | <br> | ||
Meine Stadt, meine Stadt!<br> | :Meine Stadt, meine Stadt!<br> | ||
Wie steht Dir das Rot -<br> | :Wie steht Dir das Rot -<br> | ||
Wenn Sturmsonnen dir die Wälder färben<br> | :Wenn Sturmsonnen dir die Wälder färben<br> | ||
Und Turmlichter wachen über Tod und Verderben,<br> | :Und Turmlichter wachen über Tod und Verderben,<br> | ||
Wie steht dir das Rot -<br> | :Wie steht dir das Rot -<br> | ||
<br> | <br> | ||
Meine Stadt, meine Stadt!<br> | :Meine Stadt, meine Stadt!<br> | ||
Wie steht dir das Weiß. -<br> | :Wie steht dir das Weiß. -<br> | ||
Wenn der Winter dich hüllt in seine Gewalten<br> | :Wenn der Winter dich hüllt in seine Gewalten<br> | ||
Und du kannst dir dein inneres Leben gestalten,<br> | :Und du kannst dir dein inneres Leben gestalten,<br> | ||
Wie steht dir das Weiß. -<br> | :Wie steht dir das Weiß. -<br> | ||
<br> | <br> | ||
Meine Stadt, meine Stadt!<br> | :Meine Stadt, meine Stadt!<br> | ||
So voll Farben und Licht -<br> | :So voll Farben und Licht -<br> | ||
Ein Regenbogen wird über dir stehen,<br> | :Ein Regenbogen wird über dir stehen,<br> | ||
Und Gewitter müssen grollend vergehen -<br> | :Und Gewitter müssen grollend vergehen -<br> | ||
Verzage nicht!<br> | :Verzage nicht!<br> | ||
::Jenny Boese-Braun | ::Jenny Boese-Braun | ||
Zeile 50: | Zeile 50: | ||
==Memeler Leuchtturm== | ==Memeler Leuchtturm== | ||
<br> | <br> | ||
Du alter, roter, schmuckloser Turm <br> | :Du alter, roter, schmuckloser Turm <br> | ||
an der Ostsee,<br> | :an der Ostsee,<br> | ||
umbraust von Wetter und Sturm.<br> | :umbraust von Wetter und Sturm.<br> | ||
Du rufst nicht<br> | :Du rufst nicht<br> | ||
durch Glocken zum Sonntagsgebet,<br> | :durch Glocken zum Sonntagsgebet,<br> | ||
aber täglich wirkst du,<br> | :aber täglich wirkst du,<br> | ||
bevor es zu spät.<br> | :bevor es zu spät.<br> | ||
Wenn der Schiffer kämpft,<br> | :Wenn der Schiffer kämpft,<br> | ||
mit der Finsternis Macht,<br> | :mit der Finsternis Macht,<br> | ||
dann leuchtet dein Licht<br> | :dann leuchtet dein Licht<br> | ||
durch die dunkele Nacht.<br> | :durch die dunkele Nacht.<br> | ||
Nur wer hier geboren und wer hier gelebt,<br> | :Nur wer hier geboren und wer hier gelebt,<br> | ||
er oft für die Seinen hier oben gebebt,<br> | :er oft für die Seinen hier oben gebebt,<br> | ||
nur wem ein Lied davon wurde gesungen,<br> | :nur wem ein Lied davon wurde gesungen,<br> | ||
was du dem Tode schon abgerungen,<br> | :was du dem Tode schon abgerungen,<br> | ||
wer erkannt hat,<br> | :wer erkannt hat,<br> | ||
wie schwach doch der Erdenwurm,<br> | :wie schwach doch der Erdenwurm,<br> | ||
der weiß dich zu schätzen,<br> | :der weiß dich zu schätzen,<br> | ||
du wackerer Turm.<br> | :du wackerer Turm.<br> | ||
::Willy Boese (gest. 1917) | ::Willy Boese (gest. 1917) | ||
==Ruhebaum== | |||
<br> | |||
:Ein Innehalten<br> | |||
:unterm Ruhebaum,<br> | |||
:wenn längst Gewesenes<br> | |||
:noch einmal stillesteht,<br> | |||
:wenn Sonnentöne<br> | |||
:friedvoll verschweben...<br> | |||
<br> | |||
:Ein Ineinanderfühlen<br> | |||
:mit Wolken-Flügeln,<br> | |||
:Hineingezogenwerden<br> | |||
:in die Spur des Lichts...<br> | |||
<br> | |||
:Ein Weiterwachsen,<br> | |||
:sich ganz selbst Hingeben,<br> | |||
:im Seelengrunde<br> | |||
:tief im Heimat-See...<br> | |||
<br> | |||
:Ein Zueinanderfinden<br> | |||
:in Naturgefühlen,<br> | |||
:wenn aus dem Ruhebaume<br> | |||
:Gottes Stimme spricht...<br> | |||
::Gerda Rohde-Haupt | |||
Version vom 7. Mai 2010, 17:55 Uhr
Memelland G e d i c h t e |
![]() |
![]() |
Bitte ergänzen.
Memel-Stadt
- Meine Stadt, meine Stadt!
- Wie steht dir das Blau -
- Wenn das Himmelskleid leuchtet um dich her,
- Und der Frühling lockt deine Schiffe zum Meer,
- Wie steht dir das Blau.-
- Meine Stadt, meine Stadt!
- Wie steht dir das Grün -
- Wenn deine Felder um dich reifen,
- Und deine Augen das Sommerglück streifen,
- Wie steht dir das Grün. -
- Meine Stadt, meine Stadt!
- Wie steht Dir das Rot -
- Wenn Sturmsonnen dir die Wälder färben
- Und Turmlichter wachen über Tod und Verderben,
- Wie steht dir das Rot -
- Meine Stadt, meine Stadt!
- Wie steht dir das Weiß. -
- Wenn der Winter dich hüllt in seine Gewalten
- Und du kannst dir dein inneres Leben gestalten,
- Wie steht dir das Weiß. -
- Meine Stadt, meine Stadt!
- So voll Farben und Licht -
- Ein Regenbogen wird über dir stehen,
- Und Gewitter müssen grollend vergehen -
- Verzage nicht!
- Jenny Boese-Braun
Memeler Leuchtturm
- Du alter, roter, schmuckloser Turm
- an der Ostsee,
- umbraust von Wetter und Sturm.
- Du rufst nicht
- durch Glocken zum Sonntagsgebet,
- aber täglich wirkst du,
- bevor es zu spät.
- Wenn der Schiffer kämpft,
- mit der Finsternis Macht,
- dann leuchtet dein Licht
- durch die dunkele Nacht.
- Nur wer hier geboren und wer hier gelebt,
- er oft für die Seinen hier oben gebebt,
- nur wem ein Lied davon wurde gesungen,
- was du dem Tode schon abgerungen,
- wer erkannt hat,
- wie schwach doch der Erdenwurm,
- der weiß dich zu schätzen,
- du wackerer Turm.
- Willy Boese (gest. 1917)
Ruhebaum
- Ein Innehalten
- unterm Ruhebaum,
- wenn längst Gewesenes
- noch einmal stillesteht,
- wenn Sonnentöne
- friedvoll verschweben...
- Ein Ineinanderfühlen
- mit Wolken-Flügeln,
- Hineingezogenwerden
- in die Spur des Lichts...
- Ein Weiterwachsen,
- sich ganz selbst Hingeben,
- im Seelengrunde
- tief im Heimat-See...
- Ein Zueinanderfinden
- in Naturgefühlen,
- wenn aus dem Ruhebaume
- Gottes Stimme spricht...
- Gerda Rohde-Haupt