Lüneburg: Unterschied zwischen den Versionen
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< | * <ref> '''Quelle:''' Keyser, Erich (Hrsg.): Niedersächsisches Städtebuch (1952)</ref> Hliuni (Ann. Laurissenses, 795), Luniburc (956), Lhiuniburg (959), Lüneburg (965), Liunibureh, Luneborch (1229). <ref> '''Literatur:''' L. Bückmann, Was bedeutet der Name Lüneburg ?: Beil, zum: Jb. des Lüneburger Johanneums (1909). </ref> | ||
=== | ==Landschaftslage== | ||
Lüneburg liegt in der Heide beiderseits der bis hierher schiffbaren Ilmenau, rund 3 km vor ih¬rem Austritt aus dem diluvialen, vorwiegend sandigen Höhengebiet der Heide in die flache alluviale Marschlandschaft des Elbetales, 19 km vom nächsten Elbübergang (Artlenburg) ent¬fernt. Die Stadt zieht sich beiderseits des Flusses aus der schmalen, später besiedelten alluvialen Talaue über die Terrassenflächen auf die Plateauhänge hinauf. Höhe 17 m. Lüneburg liegt z. T. auf einem bis an die Erdoberfläche emporgepreßten, lang¬sam wieder absinkenden Salzstock (Senkungs¬erscheinungen!), dessen Zechstein-Deckschicht der 58,4 m hohe Kalkberg am Westrand der Stadt ist. Aus der Tiefe ansteigende Sole: Sa¬linenquell. | |||
==Ortsursprung== | |||
Um 951 Gründung eines [[castrum]] (959: [[urbs]], 1071: [[castellum]], 1157: [[capitoliuni]]), vor 956 eines [[Benediktiner|Benediktinerklosters]] St. Michaelis auf dem Kalkberg; 956 erste Erwähnung der [[Saline]] (teloneum ad Luniburc ... ex salinis), 965 teloneum de mercato in Liuniburch, 1013 [[civitas]], 1072/73 oppidum maximum (= Burg?), 1174 Modestorp. | |||
==Stadtgründung== | |||
Für die Entwicklung zur Stadt und ihr Wachsen scheint die Zerstörung des benachbar¬ten Bardowick 1189 durch Heinrich den Löwen von besonderem Einfluß gewesen zu sein; dieser hat vielleicht an Lüneburg das Stadtrecht verliehen, das 1247 durch Herzog Otto das Kind bestätigt und erweitert wurde. Lüneburger Stadtrecht später auch Nachbarstädten verliehen. Eine Niedergerichtsstätte am Rathaus. | |||
==Stadtsiedlung== | |||
===Bauliche Entwicklung=== | |||
Lüneburg ist zusammengewachsen aus Siedlungen bei der Saline und unterm Kalkberg ([[suburbium]]), aus dem östlich davon am Flusse gelegenen Dorfe Modestorp (Ilmenaubrücke!) mit Verkehrssied¬lung („Der Sand") und aus einer Siedlung am flußabwärts entstandenen Hafen. Die Altstadt halbkreisförmig unterm Kalkberg, radial 2-3 Hauptstraßen auf den Aufstieg zur Burg zu¬laufend. Um 1200 Ausdehnung nach Osten in gitterförmigem Straßensystem (planmäßige Anlage?) zwischen Kalkberg und Fluß; damals Ent¬stehung des Neumarkts, heute Marktplatz, mit (neuem?) Rathaus. Grundriß des mittelalterlichen Lüneburg wurde so ein Rechteck, 650-700 m breit, etwa 1.200 m lang. Entfernungen auf den durchlaufen¬den beiden Hauptstraßen Nord-Süd (Bardowicker Tor - Rotes Tor) 920 m, West-0st (Neues Tor - Altenbrücker Tor) 1.400 m. Einteilung in 4 Viertel: Markt-, Wasser-, Sand- und Sülzviertel, 1. Hälfte 14. Jhdts. nachweisbar. Eine westlich des Kalkbergs gelegene Vorstadt, „Der Grimm" ([[Burgmann|Burgmannensiedlung]]), blieb bis zum 20. Jhdt. außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes. Gärten im Norden, Osten und Süden der Stadt erst in 2. Hälfte 19. Jhdts. zu Vor¬städten entwickelt. Innenstadt rund 84 ha. Be¬festigung und Tore: Planken und Graben 1254 erwähnt, Mauer 1297. Wellen- oder Spillekendor 1272 beim Kalkberg, Bardowicker Tor (im Norden) 1274, Abtstor 1283, Tor im Grimm 1283, Rotes Tor (im Süden) 1288, Lindenberger Tor 1302, Altenbrücker Tor (Ostsüdost) 1328, Neuenbrücker, später Lüner Tor (Ostnordost) 1346, Sülztor (Südwest) 1350. Statt Grimmer und Lindenberger das Neue Tor (West) 1369 errichtet. | |||
Nach Zerstörung der Burg und des St.-Michaelis-Klosters durch die Bürger¬schaft im Erbfolgekrieg 1371 Westseite der Stadt¬befestigung grundlegend verändert; Kalkberg isoliert. Fortan nur 6 Tore: im Osten das Lüner Tor nach Artlenburg, Lübeck und das Altenbrücker Tor nach Salzwedel, Stendal, Braunschweig; im Süden das Rote und das Sülztor nach Soltau, Celle; im Westen das Neue Tor nach Verden, Bremen; im Norden das Bardowicker Tor nach Harburg, Hamburg. Daneben zahlreiche Türme und Bastionen. Kleine Teile der Wälle um 1950 noch erhalten, ebenso der Stadtgraben im Norden sowie der im 0sten, der nun auch Flutgraben ist („Lösegraben"). Um die Stadt zog sich eine [[Landwehr (Wehranlage)|Landwehr]], westlich der Ilme¬nau in 3-4 km Entfernung um 1400, östl. des Flusses in 6-10 km Entfernung 1480 angelegt, als bewachsene Wall-Graben-Anlage mit Ein¬beziehung von Wasserläufen und Sumpfgebieten (Bannbereich?); in wesentlichen Teilen noch er¬halten. Niederlegung der Stadtwälle, Tore und Türme zwischen 30jähr. Krieg und 19. Jhdt. | |||
===Gebäude=== | |||
Das erhaltene Rathaus ist ein Gebäudekomplex mit Bauten aus allen Jhdten. seit etwa 1200: Neben der ältesten, ebenerdigen Rathaus¬halle - an der Stelle des jetzigen Stadtarchivs, -schon im 13. Jhdt. das doppelgeschossige Gewand¬haus (später auf allen Seiten umbaut) und eine Ratskapelle zum „Kleinen" Hl. Geist, die im 16. Jhdt. einem Renaissance-Rathausbau weichen mußte. Um 1325 zweite Rathaushalle - in neue¬rer Zeit meist Gerichtslaube genannt - in einem mehrgeschossigen Gebäude parallel zur erst¬erwähnten Halle, die zur Ratsküche herabsank, mit nur 8 m Zwischenraum gebaut. 2. Hälfte 15. Jhdts. an`s Gewandhaus die Alte Kanzlei an¬gebaut, über beiden der Fürstensaal; etwas spä¬ter Bürgermeister - Körkammer und Altes Archiv neben der Gerichtslaube eingerichtet. Etwa 1480 nach Westen das große Kämmereigebäude. 1564-67 der Renaissancebau: Große Ratsstube (wertvollster Raum Norddeutschlands; berühmte Schnitze¬reien Alberts von Soest!). 1583/84 Große Kom¬missionsstube (Intarsien von Warnecke Burmester). 1706 Huldigungs- und Traubensaal. 1720 Barockfassade. Michaeliskirche: Nach 1371 das Benediktinerkloster in den Raum der Altstadt verlegt; Neubau einer 3schiffigen Hallenkirche 1376-1418, Turmhaube 1766. Vornehmste Kirche des Landes (Altar der Goldenen Tafel); der Abt war das Haupt der Stände (Landschaftsdirektor). Nach der Reformation ev. Männerkloster, danach 1656-1850 Ritter¬akademie; hinterdrein Lehrerseminar. Alte Klo-ster- und Akademiegebäude größtenteils nicht mehr erhalten; 1921 wegen Senkungsgefahr ab¬gebrochen. Im Abtshaus 1952 Landratsamt. | |||
Johanniskirche: Alte Taufkirche aus karol. Zeit in Modestorp, Sitz eines Archidiakonats, während des 14. Jhdts. als mächtige 5schiff. Hallen¬kirche erneuert; Turm 1406 vollendet; Lüneburgs eigent¬liche „Pfarrkirche". Cyriakskirche: Am Fuße des Kalkberges, ehemalige Pfarrkirche des Suburbiums, nach 1371 bedeutungslos, da außerhalb der neuen Stadtmauer; 1639 abgebrochen. Lambertikirche: Bei der Saline vor 1269 errichtet, im 14. Jh. 3schiff. Hallenkirche („Kapelle"), 1860/61 wegen Baufälligkeit abgerissen. Niko¬laikirche: 1409 im letzten, dem Wasserviertel begründet, 3schiff. Basilika im franz.-kubischen Kathedralenstil („Kapelle"); letzte große Er¬neuerung 1845-69, Turmneubau 1895. Franziskanerkloster mit Marienkirche: Um 1250 er¬richtet, völliger Neubau der Kirche 1574-80 in Grundrißform einer Lyra, einer der frühsten protestantischen Kirchenbauten; 1818 abgerissen. Die Reste des in der Reformationszeit eingegangenen Klosters (Kreuzgang, Refektorium) enthalten 1952 die Rats- und Volksbücherei. Prämonstratenserkloster Heiligenthal, gegr. 1314 in der Nähe, 1382 nach Lüneburg hineinverlegt, Bau einer 3schiff. Hallen¬kirche; nach der Reformation als Salzspeicher be-nutzt, 1801 abgebrochen. | |||
Vor 1300 schon das Herings-, spätere Kaufhaus am Hafen und Kran. 1444 Glockenhaus (Zeughaus). Zahlreiche bemerkenswerte Bürger- und Patrizierhäuser 15.-18. Jh. mit prächtigen Giebel¬fassaden. Schloß von Herzog Georg Wilhelm 1693-96 als Witwensitz für seine Gemahlin Eleo-nore (d'Olbreuse) am Markt erbaut; von 1866 bis zum 1. Weltkrieg als Kaserne benutzt, seit 1925 Land- und Amtsgericht. 1849 Landdrostei-, 1952 Regierungsgebäude am Ochsenmarkt, gegenüber dem Rathaus, im Kasernenstil errich¬tet. Seit etwa 1900 viele neue öffentliche Gebäude: Museum, Heil- und Pfiegeanstalt, Krankenhaus, Gralstift, Theater, Handwerkskammer, Schulen, Kasernen usw. Sol- und Moorbad: Kurhaus, neues Badehaus (1922). Fabrikanlagen. | |||
===Zerstörungen=== | |||
Februar 1945 durch Bombenangriffe in der südlichen Vorstadt nur neuere Wohnhäuser, dazu das nahe dem Bahnhof gelegene Museum zur Hälfte zer¬stört. Wiederherstellung der geretteten Hälfte des Museums Ende 1950 abgeschlossen. <ref> '''Literatur:''' Reinecke-Krüger, Kunstdenkmäler der Stadt LLüneburg (1906). Reinecke, Straßennamen Lüneburgs (1942). J. Matthaei, Lüne¬burg (1950). </ref> | |||
== Politische Einteilung == | == Politische Einteilung == |
Version vom 14. Mai 2013, 11:31 Uhr
Lüneburg ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Lüneburg (Begriffserklärung). |
Hierarchie
Regional > Bundesrepublik Deutschland > Niedersachsen > Landkreis Lüneburg > Lüneburg
Name
- [1] Hliuni (Ann. Laurissenses, 795), Luniburc (956), Lhiuniburg (959), Lüneburg (965), Liunibureh, Luneborch (1229). [2]
Landschaftslage
Lüneburg liegt in der Heide beiderseits der bis hierher schiffbaren Ilmenau, rund 3 km vor ih¬rem Austritt aus dem diluvialen, vorwiegend sandigen Höhengebiet der Heide in die flache alluviale Marschlandschaft des Elbetales, 19 km vom nächsten Elbübergang (Artlenburg) ent¬fernt. Die Stadt zieht sich beiderseits des Flusses aus der schmalen, später besiedelten alluvialen Talaue über die Terrassenflächen auf die Plateauhänge hinauf. Höhe 17 m. Lüneburg liegt z. T. auf einem bis an die Erdoberfläche emporgepreßten, lang¬sam wieder absinkenden Salzstock (Senkungs¬erscheinungen!), dessen Zechstein-Deckschicht der 58,4 m hohe Kalkberg am Westrand der Stadt ist. Aus der Tiefe ansteigende Sole: Sa¬linenquell.
Ortsursprung
Um 951 Gründung eines castrum (959: urbs, 1071: castellum, 1157: capitoliuni), vor 956 eines Benediktinerklosters St. Michaelis auf dem Kalkberg; 956 erste Erwähnung der Saline (teloneum ad Luniburc ... ex salinis), 965 teloneum de mercato in Liuniburch, 1013 civitas, 1072/73 oppidum maximum (= Burg?), 1174 Modestorp.
Stadtgründung
Für die Entwicklung zur Stadt und ihr Wachsen scheint die Zerstörung des benachbar¬ten Bardowick 1189 durch Heinrich den Löwen von besonderem Einfluß gewesen zu sein; dieser hat vielleicht an Lüneburg das Stadtrecht verliehen, das 1247 durch Herzog Otto das Kind bestätigt und erweitert wurde. Lüneburger Stadtrecht später auch Nachbarstädten verliehen. Eine Niedergerichtsstätte am Rathaus.
Stadtsiedlung
Bauliche Entwicklung
Lüneburg ist zusammengewachsen aus Siedlungen bei der Saline und unterm Kalkberg (suburbium), aus dem östlich davon am Flusse gelegenen Dorfe Modestorp (Ilmenaubrücke!) mit Verkehrssied¬lung („Der Sand") und aus einer Siedlung am flußabwärts entstandenen Hafen. Die Altstadt halbkreisförmig unterm Kalkberg, radial 2-3 Hauptstraßen auf den Aufstieg zur Burg zu¬laufend. Um 1200 Ausdehnung nach Osten in gitterförmigem Straßensystem (planmäßige Anlage?) zwischen Kalkberg und Fluß; damals Ent¬stehung des Neumarkts, heute Marktplatz, mit (neuem?) Rathaus. Grundriß des mittelalterlichen Lüneburg wurde so ein Rechteck, 650-700 m breit, etwa 1.200 m lang. Entfernungen auf den durchlaufen¬den beiden Hauptstraßen Nord-Süd (Bardowicker Tor - Rotes Tor) 920 m, West-0st (Neues Tor - Altenbrücker Tor) 1.400 m. Einteilung in 4 Viertel: Markt-, Wasser-, Sand- und Sülzviertel, 1. Hälfte 14. Jhdts. nachweisbar. Eine westlich des Kalkbergs gelegene Vorstadt, „Der Grimm" (Burgmannensiedlung), blieb bis zum 20. Jhdt. außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes. Gärten im Norden, Osten und Süden der Stadt erst in 2. Hälfte 19. Jhdts. zu Vor¬städten entwickelt. Innenstadt rund 84 ha. Be¬festigung und Tore: Planken und Graben 1254 erwähnt, Mauer 1297. Wellen- oder Spillekendor 1272 beim Kalkberg, Bardowicker Tor (im Norden) 1274, Abtstor 1283, Tor im Grimm 1283, Rotes Tor (im Süden) 1288, Lindenberger Tor 1302, Altenbrücker Tor (Ostsüdost) 1328, Neuenbrücker, später Lüner Tor (Ostnordost) 1346, Sülztor (Südwest) 1350. Statt Grimmer und Lindenberger das Neue Tor (West) 1369 errichtet.
Nach Zerstörung der Burg und des St.-Michaelis-Klosters durch die Bürger¬schaft im Erbfolgekrieg 1371 Westseite der Stadt¬befestigung grundlegend verändert; Kalkberg isoliert. Fortan nur 6 Tore: im Osten das Lüner Tor nach Artlenburg, Lübeck und das Altenbrücker Tor nach Salzwedel, Stendal, Braunschweig; im Süden das Rote und das Sülztor nach Soltau, Celle; im Westen das Neue Tor nach Verden, Bremen; im Norden das Bardowicker Tor nach Harburg, Hamburg. Daneben zahlreiche Türme und Bastionen. Kleine Teile der Wälle um 1950 noch erhalten, ebenso der Stadtgraben im Norden sowie der im 0sten, der nun auch Flutgraben ist („Lösegraben"). Um die Stadt zog sich eine Landwehr, westlich der Ilme¬nau in 3-4 km Entfernung um 1400, östl. des Flusses in 6-10 km Entfernung 1480 angelegt, als bewachsene Wall-Graben-Anlage mit Ein¬beziehung von Wasserläufen und Sumpfgebieten (Bannbereich?); in wesentlichen Teilen noch er¬halten. Niederlegung der Stadtwälle, Tore und Türme zwischen 30jähr. Krieg und 19. Jhdt.
Gebäude
Das erhaltene Rathaus ist ein Gebäudekomplex mit Bauten aus allen Jhdten. seit etwa 1200: Neben der ältesten, ebenerdigen Rathaus¬halle - an der Stelle des jetzigen Stadtarchivs, -schon im 13. Jhdt. das doppelgeschossige Gewand¬haus (später auf allen Seiten umbaut) und eine Ratskapelle zum „Kleinen" Hl. Geist, die im 16. Jhdt. einem Renaissance-Rathausbau weichen mußte. Um 1325 zweite Rathaushalle - in neue¬rer Zeit meist Gerichtslaube genannt - in einem mehrgeschossigen Gebäude parallel zur erst¬erwähnten Halle, die zur Ratsküche herabsank, mit nur 8 m Zwischenraum gebaut. 2. Hälfte 15. Jhdts. an`s Gewandhaus die Alte Kanzlei an¬gebaut, über beiden der Fürstensaal; etwas spä¬ter Bürgermeister - Körkammer und Altes Archiv neben der Gerichtslaube eingerichtet. Etwa 1480 nach Westen das große Kämmereigebäude. 1564-67 der Renaissancebau: Große Ratsstube (wertvollster Raum Norddeutschlands; berühmte Schnitze¬reien Alberts von Soest!). 1583/84 Große Kom¬missionsstube (Intarsien von Warnecke Burmester). 1706 Huldigungs- und Traubensaal. 1720 Barockfassade. Michaeliskirche: Nach 1371 das Benediktinerkloster in den Raum der Altstadt verlegt; Neubau einer 3schiffigen Hallenkirche 1376-1418, Turmhaube 1766. Vornehmste Kirche des Landes (Altar der Goldenen Tafel); der Abt war das Haupt der Stände (Landschaftsdirektor). Nach der Reformation ev. Männerkloster, danach 1656-1850 Ritter¬akademie; hinterdrein Lehrerseminar. Alte Klo-ster- und Akademiegebäude größtenteils nicht mehr erhalten; 1921 wegen Senkungsgefahr ab¬gebrochen. Im Abtshaus 1952 Landratsamt.
Johanniskirche: Alte Taufkirche aus karol. Zeit in Modestorp, Sitz eines Archidiakonats, während des 14. Jhdts. als mächtige 5schiff. Hallen¬kirche erneuert; Turm 1406 vollendet; Lüneburgs eigent¬liche „Pfarrkirche". Cyriakskirche: Am Fuße des Kalkberges, ehemalige Pfarrkirche des Suburbiums, nach 1371 bedeutungslos, da außerhalb der neuen Stadtmauer; 1639 abgebrochen. Lambertikirche: Bei der Saline vor 1269 errichtet, im 14. Jh. 3schiff. Hallenkirche („Kapelle"), 1860/61 wegen Baufälligkeit abgerissen. Niko¬laikirche: 1409 im letzten, dem Wasserviertel begründet, 3schiff. Basilika im franz.-kubischen Kathedralenstil („Kapelle"); letzte große Er¬neuerung 1845-69, Turmneubau 1895. Franziskanerkloster mit Marienkirche: Um 1250 er¬richtet, völliger Neubau der Kirche 1574-80 in Grundrißform einer Lyra, einer der frühsten protestantischen Kirchenbauten; 1818 abgerissen. Die Reste des in der Reformationszeit eingegangenen Klosters (Kreuzgang, Refektorium) enthalten 1952 die Rats- und Volksbücherei. Prämonstratenserkloster Heiligenthal, gegr. 1314 in der Nähe, 1382 nach Lüneburg hineinverlegt, Bau einer 3schiff. Hallen¬kirche; nach der Reformation als Salzspeicher be-nutzt, 1801 abgebrochen.
Vor 1300 schon das Herings-, spätere Kaufhaus am Hafen und Kran. 1444 Glockenhaus (Zeughaus). Zahlreiche bemerkenswerte Bürger- und Patrizierhäuser 15.-18. Jh. mit prächtigen Giebel¬fassaden. Schloß von Herzog Georg Wilhelm 1693-96 als Witwensitz für seine Gemahlin Eleo-nore (d'Olbreuse) am Markt erbaut; von 1866 bis zum 1. Weltkrieg als Kaserne benutzt, seit 1925 Land- und Amtsgericht. 1849 Landdrostei-, 1952 Regierungsgebäude am Ochsenmarkt, gegenüber dem Rathaus, im Kasernenstil errich¬tet. Seit etwa 1900 viele neue öffentliche Gebäude: Museum, Heil- und Pfiegeanstalt, Krankenhaus, Gralstift, Theater, Handwerkskammer, Schulen, Kasernen usw. Sol- und Moorbad: Kurhaus, neues Badehaus (1922). Fabrikanlagen.
Zerstörungen
Februar 1945 durch Bombenangriffe in der südlichen Vorstadt nur neuere Wohnhäuser, dazu das nahe dem Bahnhof gelegene Museum zur Hälfte zer¬stört. Wiederherstellung der geretteten Hälfte des Museums Ende 1950 abgeschlossen. [3]
Politische Einteilung
Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
Evangelische Kirchen
Katholische Kirchen
Geschichte
Genealogische und historische Quellen
Genealogische Quellen
Adressbücher
Bibliografie
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Archive
Fußnoten
- ↑ Quelle: Keyser, Erich (Hrsg.): Niedersächsisches Städtebuch (1952)
- ↑ Literatur: L. Bückmann, Was bedeutet der Name Lüneburg ?: Beil, zum: Jb. des Lüneburger Johanneums (1909).
- ↑ Literatur: Reinecke-Krüger, Kunstdenkmäler der Stadt LLüneburg (1906). Reinecke, Straßennamen Lüneburgs (1942). J. Matthaei, Lüne¬burg (1950).
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