Johann Winter: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Johann Winter''' (* um 1550 im [[Erzstift Salzburg]]; † 1622 in [[Heideck]]) war ein deutscher [[Hospes]] und [[Senator]] zu Heideck in Mittelfranken.
'''Johann Winter''' (* um 1550 im [[Erzstift Salzburg]]; † 1622 in [[Heideck (Mittelfranken)|Heideck]]) war ein deutscher [[Hospes]] und [[Senator]] zu Heideck in Mittelfranken.


== Leben ==
== Leben ==
Johann Winter (auch ''Hannß Winther der Alte'' genannt) entstammt einem uralten [[wikipedia:de:Kelten|Kelten]]-Geschlecht aus dem Salzburgischen. Um 1550 im katholischen [[Erzstift Salzburg]] geboren wandert Johann Winter in der zweiten hälfte des 16. Jahrhunderts als [[Exulant]] nach [[Regierungsbezirk Mittelfranken|Mittelfranken]] ein.  
Johann Winter (auch ''Hannß Winther der Alte'') entstammt einem uralten [[wikipedia:de:Kelten|Kelten]]-Geschlecht aus dem Salzburgischen. Um 1550 im katholischen [[Erzstift Salzburg]] geboren wandert Johann Winter in der zweiten hälfte des 16. Jahrhunderts als [[Exulant]] nach [[Regierungsbezirk Mittelfranken|Mittelfranken]] ein.  


::»''Nichts als das Evangelium treibt uns ins Exilium. Verlassen wir das Vaterland, so sind wir doch in Gottes Hand.''«
::»''Nichts als das Evangelium treibt uns ins Exilium. Verlassen wir das Vaterland, so sind wir doch in Gottes Hand.''«
Als angesehender [[Hospes]] wird er 1578 [[Bürger]], 1596 [[wikipedia:de:Viertelsmeister|Viertelmeister]] und 1606 [[Senator]] zu [[Heideck (Mittelfranken)|Heideck]].<ref>[http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FWIOF3V23PGXHLQ7QT7WO7RNJEGAE637 Heideck'sche Chronik der Jahre 1542 bis 1613 des Sebastian Öfelin] [[Staatsarchiv Amberg]]</ref>
Als angesehener [[Hospes]] wird er 1578 [[Bürger]], 1596 [[wikipedia:de:Viertelsmeister|Viertelmeister]] und 1606 [[Senator]] zu [[Heideck (Mittelfranken)|Heideck]].<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FWIOF3V23PGXHLQ7QT7WO7RNJEGAE637 Heideck'sche Chronik der Jahre 1542 bis 1613 des Sebastian Öfelin] [[Staatsarchiv Amberg]]</ref>


Johann Winter war zwei mal verheiratet, aus der ersten Ehe sind zwei Söhne bekannt: Johann (1575–1606) und Christophorus (1578–1650). Johann ist wie sein Vater Bürger und Gastgeber zu Heideck. Sein jüngerer Bruder Christophorus ist [[wikipedia:de:Weizenbier|Weizenbierbräuer]] und Hospes zu Heideck.<ref>1608 ist nur noch ein Weizenbierbräuer in Heideck tätig, Chistophorus Winter (Chronik Heideck, S. 94)</ref>
Johann Winter war zwei mal verheiratet, aus der ersten Ehe sind zwei Söhne bekannt: Johann (1575–1606) und Christophorus (1578–1650). Johann ist wie sein Vater Bürger und Gastgeber zu Heideck. Sein jüngerer Bruder Christophorus ist [[wikipedia:de:Weizenbier|Weizenbierbräuer]] und Hospes zu Heideck.<ref>1608 ist nur noch ein Weizenbierbräuer in Heideck tätig, Chistophorus Winter (Chronik Heideck, S. 94)</ref>
Aus der zweiten Ehe 1606 mit der Witwe Kunigunde Wexler sind keine Kinder bekannt.<ref>4. Feb. HochZeit gehalten, Joh. Winter der Alt Witwer,
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratet er in zweiter Ehe 1606 die Witwe Kunigunde Wexler, aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt.<ref>4. Feb. HochZeit gehalten, Joh. Winter der Alt Witwer,
Gastgeb. u. des Rhates, und Kunigunde des gestorben
Gastgeb. u. des Rhates, und Kunigunde des gestorben
Bastel Wexler des Alten, Bauer zu Schlossberg
Bastel Wexler des Alten, Bauer zu Schlossberg
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Johann Winter stirbt 1622 in Heideck, sein Sohn Christophorus begründet die später in [[Nennslingen]] und [[Thalmässing]] ansässigen Linien Winter. Einer seiner vielen Nachkommen ist [[Johann August Winter]].<ref>Fam. Chronik und Stammbaum Winter (Stand 12/2020)</ref>
Johann Winter stirbt 1622 in Heideck, sein Sohn Christophorus begründet die später in [[Nennslingen]] und [[Thalmässing]] ansässigen Linien Winter. Einer seiner vielen Nachkommen ist [[Johann August Winter]].<ref>Fam. Chronik und Stammbaum Winter (Stand 12/2020)</ref>


== Geschichhte ==
== Geschichte ==
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Schon in den 1520er Jahren hatte die [[Reformation]] im [[Erzstift Salzburg]] viele Anhänger gefunden. Der Erzbischof [[wikipedia:de:Matthäus_Lang_von_Wellenburg|Matthäus Lang]] (1519–1540) verbot den Protestantismus und kriminalisierte seine Anhänger.  
Schon in den 1520er Jahren hatte die [[Reformation]] im [[Erzstift Salzburg]] viele Anhänger gefunden. Der Erzbischof [[wikipedia:de:Matthäus_Lang_von_Wellenburg|Matthäus Lang]] (1519–1540) verbot den Protestantismus und kriminalisierte seine Anhänger.  


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Wolf Dietrich verwies sie im Jahr 1588 aus dem gesamten Erzbistum, hatte aber nur in der Stadt [[Salzburg]] durchschlagenden Erfolg.
Wolf Dietrich verwies sie im Jahr 1588 aus dem gesamten Erzbistum, hatte aber nur in der Stadt [[Salzburg]] durchschlagenden Erfolg.
Dort lebten um 1600 nur noch wenige [[wikipedia:de:Kryptoprotestantismus|Geheimprotestanten]]. Unter den Bauern im Pongau und den Bergknappen in den Salz- und Erzbergwerken des Landes gab es weiter zahlreiche Geheimprotestanten.<ref>{{Wikipedia-Link|Salzburger Exulanten|sect=Hintergründe}}</ref>
Dort lebten um 1600 nur noch wenige [[wikipedia:de:Kryptoprotestantismus|Geheimprotestanten]]. Unter den Bauern im [[wikipedia:de:Bezirk_St._Johann_im_Pongau|Pongau]] und den [[Bergmann (Beruf)|Bergknappen]] in den Salz- und Erzbergwerken des Landes gab es weiter zahlreiche Geheimprotestanten.<ref>{{Wikipedia-Link|Salzburger Exulanten|sect=Hintergrund}}</ref>


== Anmerkungen ==
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* Franz Ortner: ''Reformation, katholische Reform und Gegenreformation im Erzstift Salzburg''. Pustet, Salzburg 1981. (= Salzburg, Univ., Habil.-Schr., 1981), ISBN 3-7025-0185-1 – ausführlichste Vorgeschichte (16. und 17.&nbsp;Jahrhundert).
* Franz Ortner: ''Reformation, katholische Reform und Gegenreformation im Erzstift Salzburg''. Pustet, Salzburg 1981. (= Salzburg, Univ., Habil.-Schr., 1981), ISBN 3-7025-0185-1 – ausführlichste Vorgeschichte (16. und 17.&nbsp;Jahrhundert).
* Hedwig von Redern: ''Heimatsucher''. Trachsel, Frutigen 1983, ISBN 3-7271-0049-4 – historische Erzählung über die Geschichte der Salzburger Exulanten.
* Hedwig von Redern: ''Heimatsucher''. Trachsel, Frutigen 1983, ISBN 3-7271-0049-4 – historische Erzählung über die Geschichte der Salzburger Exulanten.
*Gerhard Florey: ''Geschichte der Salzburger Protestanten und ihrer Emigration 1731/32.'' Wien u. a., 2. Aufl. 1986, S. 52.
* Horst-Günter Benkmann: ''Wege und Wirken. Salzburger Emigranten und ihre Nachkommen.'' 1988.
* Horst-Günter Benkmann: ''Wege und Wirken. Salzburger Emigranten und ihre Nachkommen.'' 1988.
* Arno Herzig: ''Der Zwang zum wahren Glauben. Rekatholisierung vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.'' Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-01384-1.
* Arno Herzig: ''Der Zwang zum wahren Glauben. Rekatholisierung vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.'' Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-01384-1.
* Arno Herzig: ''Die Rekatholisierung in den deutschen Territorien im 16. und 17. Jahrhundert.'' In: Geschichte und Gesellschaft. 26, 2000, ISSN 0340-613X.
* Karl Gattinger: ''Bier und Landesherrschaft. Das Weizenbiermonopol der [[wikipedia:de:Wittelsbach|Wittelsbacher]] unter [[wikipedia:de:Maximilian_I._(Bayern)|Maximilian I.]] von Bayern. 1598–1651.'' München 2007.


== Weblinks ==
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[[Kategorie:Historische Person|Winter, Johann]]
[[Kategorie:Historische Person|Winter, Johann]]
[[Kategorie:Exulant]]
[[kategorie:Winter]]

Aktuelle Version vom 18. März 2022, 05:05 Uhr

Gastgeber & Wirth.jpg

Johann Winter (* um 1550 im Erzstift Salzburg; † 1622 in Heideck) war ein deutscher Hospes und Senator zu Heideck in Mittelfranken.

Leben

Johann Winter (auch Hannß Winther der Alte) entstammt einem uralten Kelten-Geschlecht aus dem Salzburgischen. Um 1550 im katholischen Erzstift Salzburg geboren wandert Johann Winter in der zweiten hälfte des 16. Jahrhunderts als Exulant nach Mittelfranken ein.

»Nichts als das Evangelium treibt uns ins Exilium. Verlassen wir das Vaterland, so sind wir doch in Gottes Hand.«

Als angesehener Hospes wird er 1578 Bürger, 1596 Viertelmeister und 1606 Senator zu Heideck.[1]

Johann Winter war zwei mal verheiratet, aus der ersten Ehe sind zwei Söhne bekannt: Johann (1575–1606) und Christophorus (1578–1650). Johann ist wie sein Vater Bürger und Gastgeber zu Heideck. Sein jüngerer Bruder Christophorus ist Weizenbierbräuer und Hospes zu Heideck.[2] Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratet er in zweiter Ehe 1606 die Witwe Kunigunde Wexler, aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt.[3]

Johann Winter stirbt 1622 in Heideck, sein Sohn Christophorus begründet die später in Nennslingen und Thalmässing ansässigen Linien Winter. Einer seiner vielen Nachkommen ist Johann August Winter.[4]

Geschichte

Emigranten (Salzb.).jpg

Schon in den 1520er Jahren hatte die Reformation im Erzstift Salzburg viele Anhänger gefunden. Der Erzbischof Matthäus Lang (1519–1540) verbot den Protestantismus und kriminalisierte seine Anhänger.

Die Erzbischöfe Michael von Kuenburg, Johann Jakob von Kuen-Belasy, Georg von Kuenburg, Wolf Dietrich von Raitenau und Markus Sittikus von Hohenems führten die Maßnahmen gegen die Protestanten im Rahmen der Gegenreformation und Rekatholisierung weiter.

Wolf Dietrich verwies sie im Jahr 1588 aus dem gesamten Erzbistum, hatte aber nur in der Stadt Salzburg durchschlagenden Erfolg. Dort lebten um 1600 nur noch wenige Geheimprotestanten. Unter den Bauern im Pongau und den Bergknappen in den Salz- und Erzbergwerken des Landes gab es weiter zahlreiche Geheimprotestanten.[5]

Anmerkungen

  1. Heideck'sche Chronik der Jahre 1542 bis 1613 des Sebastian ÖfelinStaatsarchiv Amberg
  2. 1608 ist nur noch ein Weizenbierbräuer in Heideck tätig, Chistophorus Winter (Chronik Heideck, S. 94)
  3. 4. Feb. HochZeit gehalten, Joh. Winter der Alt Witwer, Gastgeb. u. des Rhates, und Kunigunde des gestorben Bastel Wexler des Alten, Bauer zu Schlossberg selig Hinterlasne Wittib. Hath zu Stephan [.....] dialog eingeladen, Er Winter hat die HochZeit in sein Haus [.....] und gehalten.
    (Kirchenbuch Heideck 01 / Seite 67 / Eintrag Nr. 5)
  4. Fam. Chronik und Stammbaum Winter (Stand 12/2020)
  5. Abschnitt Hintergrund im Artikel Salzburger Exulanten. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Siehe auch

Winter (Familienname)

Literatur

  • Franz Ortner: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation im Erzstift Salzburg. Pustet, Salzburg 1981. (= Salzburg, Univ., Habil.-Schr., 1981), ISBN 3-7025-0185-1 – ausführlichste Vorgeschichte (16. und 17. Jahrhundert).
  • Hedwig von Redern: Heimatsucher. Trachsel, Frutigen 1983, ISBN 3-7271-0049-4 – historische Erzählung über die Geschichte der Salzburger Exulanten.
  • Horst-Günter Benkmann: Wege und Wirken. Salzburger Emigranten und ihre Nachkommen. 1988.
  • Arno Herzig: Der Zwang zum wahren Glauben. Rekatholisierung vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-01384-1.
  • Arno Herzig: Die Rekatholisierung in den deutschen Territorien im 16. und 17. Jahrhundert. In: Geschichte und Gesellschaft. 26, 2000, ISSN 0340-613X.
  • Karl Gattinger: Bier und Landesherrschaft. Das Weizenbiermonopol der Wittelsbacher unter Maximilian I. von Bayern. 1598–1651. München 2007.

Weblinks