Chronik Nettesheim-Butzheim/Band 1/04: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Weg von Eckum, d. h. die Chaussee nach Butzheim - Frixheim steht in Flur u. Kataster noch heute bezeichnet als grüner Weg. Auch führte ein Weg von Eckum, quer durch Hermeshofer Acker, genannt der Eckumer Buschweg, weil die armen Einwohner sich Brandholz vom nahen Walde verschafften, ein Zeichen der großen Armut zu dieser Zeit, heute ist dieser Weg vollständig verschwunden. Die engen Wege unserer Felder boten damals ein schreckliches Bild, daher waren die Fuhrwerke mit hohen u. schmalen Rädern versehen, die man nicht mehr vorfindet. Dadurch erklärt es sich, das die Rekruten, welche in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhundert eingezogen wurden z. B. nach Luxemburg, nach Mainz u. Berlin wochenlang unterwegs waren, ehe Sie ihre Garnisonsstadt erreichten. Mein Schwiegervater hatte zwei Brüder, welche beide in Berlin gedient, sich aber an 6 Jahre in dieser Dienstzeit nicht gesehen hatten. Mann wird fragen wie kam dies? Der erste ging ab, der zweite wurde eingezogen u. so gingen sie aneinander vorbei. Der Urlaub war mit zu großen Unannehmlichkeiten verbunden. Mainz war damals Bundesfestung vermischt mit Preußen u. Österreicher; es sollen oftmals Streitigkeiten entstanden sein, und Österreich hat geräumt, u. seine Truppen zurückgezogen.
Die Jahre 1846 – 47 – 48 u. 49 sollen für unsere Heimat sehr unheilvoll gewesen sein. 46 soll die ansteckende Krankheit, die Ruhr, in großem Maße grassiert haben, das bekundet, dass man das Geläute für die Toten abgestellt hatte, um den Bewohnern weitere Schrecken zu ersparen. Das Jahr 1847 muss ein großes Hungerjahr gewesen sein, eine totale Missernte, verbunden mit Misswachs. Mein sel’ger Vater erzählte, in diesen 4 Jahren, in Nettesheim als Pferdeknecht gedient zu haben, bei dem reichen Gutsbesitzer, Hahn, jetzige Wohnung des H. Konrad Kratz. Zu d. Zt. war dies auch eine Brau- u. Brennerei, verbunden mit Gastwirtschaft. Dass die Not des Volkes groß war, zeigt sich daraus, dass mein Vater nach Köln zum Militär - Nahrungslager fahren musste, um Roggenmehl zu holen, dann am Abend kam er nach Hause, lud bei dem Bäckermeister Bochem, das Mehl ab, das Wohnhaus lag auf dem jetzigen Grundstücke von Joh. Nolden (Bauunternehmer), der Bäckermeister Bochem gab sich gleich an‘s backen, u. die den Platz besetzte Volksmenge lag die Nacht über vor der heut‘gen Wohnung des H. Meller u. erwarteten, auf das Brot, welches im Backofen war, so dass man heiß um dasselbe stritt, als dasselbe herausgenommen wurde. Die Großmutter der jetzigen Eheleute Franz Bongartz, Butzheim,
In diesen Jahren, waren noch viele Dächer mit Stroh gedeckt, u. daher kamen auch zu dieser Zeit viele Brände vor.

Aktuelle Version vom 17. Juli 2019, 14:15 Uhr

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Chronik Nettesheim-Butzheim/Band 1
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Die Jahre 1846 – 47 – 48 u. 49 sollen für unsere Heimat sehr unheilvoll gewesen sein. 46 soll die ansteckende Krankheit, die Ruhr, in großem Maße grassiert haben, das bekundet, dass man das Geläute für die Toten abgestellt hatte, um den Bewohnern weitere Schrecken zu ersparen. Das Jahr 1847 muss ein großes Hungerjahr gewesen sein, eine totale Missernte, verbunden mit Misswachs. Mein sel’ger Vater erzählte, in diesen 4 Jahren, in Nettesheim als Pferdeknecht gedient zu haben, bei dem reichen Gutsbesitzer, Hahn, jetzige Wohnung des H. Konrad Kratz. Zu d. Zt. war dies auch eine Brau- u. Brennerei, verbunden mit Gastwirtschaft. Dass die Not des Volkes groß war, zeigt sich daraus, dass mein Vater nach Köln zum Militär - Nahrungslager fahren musste, um Roggenmehl zu holen, dann am Abend kam er nach Hause, lud bei dem Bäckermeister Bochem, das Mehl ab, das Wohnhaus lag auf dem jetzigen Grundstücke von Joh. Nolden (Bauunternehmer), der Bäckermeister Bochem gab sich gleich an‘s backen, u. die den Platz besetzte Volksmenge lag die Nacht über vor der heut‘gen Wohnung des H. Meller u. erwarteten, auf das Brot, welches im Backofen war, so dass man heiß um dasselbe stritt, als dasselbe herausgenommen wurde. Die Großmutter der jetzigen Eheleute Franz Bongartz, Butzheim,